<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-9884640</id><updated>2011-04-21T22:39:56.866+02:00</updated><title type='text'>Blog eines Menschen</title><subtitle type='html'>Der Blog des Menschen, der ab und zu einfach seinen Mund nicht halten kann und der Welt mit seine entnervenden, verdrehten und sinnlosen Kommentare aufdrängen muss. Hallo Welt, dies ist mein Blog.</subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://bleimensch.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9884640/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://bleimensch.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><author><name>Max</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01879351480085568306</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='30' src='http://www.directupload.net/images/050101/KpWuvbiF.jpg'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>8</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9884640.post-110796919968622766</id><published>2005-02-09T17:54:00.000+01:00</published><updated>2005-02-09T18:13:19.686+01:00</updated><title type='text'>Advertisements (I)</title><content type='html'>Ich habe mir seit einer Woche vorgenommen, einen tiefgründigen, intelligenten und überaus pointierten Eintrag zur "Schiedsrichter-Affäre" zu machen. Allerdings bin ich gerade nicht in der Verfassung für tiefgründige, intelligente und überaus pointierte Einträge.  Außerdem werden immer noch neue Personen, Fakten und Meinungen zu diesem Thema hinzugefügt. Die Schiedsrichter müssen also wohl noch etwas warten. Damit in der Zwischenzeit keine allzu große Lücke entsteht, dürft ihr euch einmal ansehen, wie eine Nation unter meiner brutalen Herrschaft aussehen würde (Link im Titel).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zu Nationstates: Nationstates ist ein Onlinespiel des Science-Fiction Autors Max Barry. Im wesentlichen geht es darum, einen Fantasiestaat zu erschaffen und zu steuern. Die Ausgangssituation des Staates wird durch eine Reihe Meinungsfragen bestimmt, zusätzlich erhält man bis zu zweimal täglich politische Forderungen, Gesetzesentwürfe oder Reformvorschläge, auf die es drei bis fünf Reaktionsmöglichkeiten gibt (darunter natürlich immer das tatenlose Aussitzen der Angelegenheit...). Die Entwicklung der Nation lässt sich dann im Dossier der UN und in der täglichen Rangliste (Aspekte wechselnd) feststellen.&lt;br /&gt;Natürlich ist das Ganze eine elende Eigenwerbung des Autors, das Dossier sehr unstetig und die Optionen sehr beschränkt. Dafür muss man den Spamnazis keine Mailadresse opfern und kann sich beliebig viele Staaten basteln. Also habe ich neben zwei korrupten Diktaturen zum Austoben auch den Staat, den ich nach meiner tatsächlichen Preferenz zu lenken versuche.&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9884640-110796919968622766?l=bleimensch.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='related' href='http://www.nationstates.net/cgi-bin/index.cgi/target=display_nation/nation=voluntia' title='Advertisements (I)'/><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://bleimensch.blogspot.com/feeds/110796919968622766/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=9884640&amp;postID=110796919968622766' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9884640/posts/default/110796919968622766'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9884640/posts/default/110796919968622766'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://bleimensch.blogspot.com/2005/02/advertisements-i.html' title='Advertisements (I)'/><author><name>Max</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01879351480085568306</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='30' src='http://www.directupload.net/images/050101/KpWuvbiF.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9884640.post-110712255657836970</id><published>2005-01-30T23:01:00.000+01:00</published><updated>2005-01-30T23:02:36.580+01:00</updated><title type='text'>Gerechtigkeit contra Toleranz contra Intoleranz?</title><content type='html'>Was geschehen ist: Für den 21. Januar stellt die frisch mit 9,2% in den Sachsener Landtag gewählte NPD einen Antrag auf eine Schweigeminute für die Opfer des Zweiten Weltkrieges. Im Gegensatz zu den meisten anderen Schweigeminuten für die Opfer des Zweiten Weltkrieges sollte diese Schweigeminute aber ausschlißelich den Opfern eines Ereignisses gelten: Den Opfern des Luftangriffs auf Dresden durch alliierte Bomberstaffeln am 13. Februar 1945. Diese exklusive Schweigeminute findet aber nie statt, denn der Antrag der NPD wird aus formalen Gründen abgelehnt. An seine Stelle setzt Landtagspräsident Erich Iltgen eine andere Schweigeminute: Eine Gedenkminute an alle Opfer des zweiten Weltkrieges und der systematischen Menschenvernichtung. Die Bühne ist errichtet, das Spektakel kann beginnen:&lt;br /&gt;Am 21. Januar ereignet sich dann Folgendes: Als Iltgen die Schweigeminute deklariert, verlässt die Fraktion der NPD geschlossen den Saal. Anschließend wird der Luftangriff auf Dresden durch Abgeordnete der NPD wiederholt thematisiert. Jürgen Gansel bezeichnet den Luftangriff in seiner Rede als "Bomben-Holocaust", Fraktionsvorstand Holger Apfel bezeichnet die Alliierten in diesem Zusammenhang als "Massenmörder" und setzt die aktuelle Politik der USA und Großbritannien in Bezug zum Luftangriff.&lt;br /&gt;Als Erster reagiert Alterspräsident Erich Weiss. Er setzt den Luftangriff auf Dresden in Bezug auf den zweiten Weltkrieg und stellt ihn als einzelne Handlung innerhalb des Krieges dar, in welchem bereits durch die deutsche Wehrmacht zahlreiche Kriegsverbrechen begangen worden waren. Als sich Ganseln weiterhin polemisierend äußert, verlassen die Abgeordneten von SPD, CDU, Grünen, FDP und PDS das Plenum.&lt;br /&gt;Die eigentliche Reaktion folgt wenige Stunden später. Die Reden von Apfel und Gansel werden seziert, kritisiert, demontiert. Die NPD wird für ihr Verhalten in der Landtagsdebatte angegriffen. Von Volksverhetzung und Relativierung der NS-Verbrechen ist die Rede. Ein Verbotsverfahren gegen die Partei wird neu erwogen, ebenso andere Sanktionen (wie etwa ein Redeverbot für Abgeordnete der NPD im Landtag). Die Aufregung wird noch zumindest einige Tage bleiben. Stellen wir uns inzwischen die wichtigsten Fragen:&lt;br /&gt;Was hat die NPD verbrochen?&lt;br /&gt;Bitte beantwortet diese Frage nicht intuitiv. Auf dem zweiten Blick muss man zugestehen, dass es schwer ist, aus dem Verhalten der Abgeordneten tatsächliche Verbrechen herauszustellen. Sehen wir uns die Aktionen der Reihe nach an:&lt;br /&gt;- Der Antrag auf die Schweigeminute wird auf die Opfer einer Kriegshandlung konzentriert: Mit diesem Antrag begann die Provokation, da die Schweigeminute sich nur sechs Tage vor dem Gedenktag für die Opfer des Holocausts ereignet und eben jene Opfer nicht in das Gedenken eingeschlossen werden. Ich habe keine Kenntnis darüber, welche Formfehler im Antrag gefunden wurden, aber ich bezweifle, dass einem formgerechten Antrag widerspruchslos stattgegeben worden wäre. Unabhängig davon ist die Beschränkung einer Schweigeminute vielleicht moralisch zu verurteilen, juristisch allerdings nicht.&lt;br /&gt;- Die Abgeordneten der NPD verlassen während der Schweigeminute den Saal: Wenn ich die Kritik richtig verstanden habe, wird in dieses Verhalten Volksverhetzung hineininterpretiert. So verabscheuungswürdig ich das Boykott einer Schweigeminute auch finde...eine Volksverhetzung kann ich nicht feststellen. Es gibt (abgesehen von der moralischen) keinerlei Verpflichtung, an einer Schweigeminute teilzunehmen. Und auch der Anklagepunkt ist schlecht gewählt: Die Schweigeminute war an ausnahmslos alle Opfer gerichtet. Auch wenn unter den Opfern bestimmte Völkergruppen besonders zahlreich vertreten waren, Volksverhetzung ist die Verweigerung des Gedenkens nicht. Die Anklage unter dem Gesichtspunkt der Verharmlosung des NSDAP-Regimes sehe ich realistischer, aber im Verhalten an sich auch nicht genug begründet. Immerhin wurde der Fraktion ihre Schweigeminute genommen; der Boykott hat sich vermutlich gegen Iltgen gerichtet und nicht gegen die Opfer an sich - auch wenn sie als "moralischer Kollateralschaden" hingenommen werden.&lt;br /&gt;Der Begriff "Bomben-Holocaust": Eine weitere Provokation der NPD-Abgeordneten und auch hier ist die öffentliche Reaktion vielleicht nicht die Angemessene. Einer der Anklagepunkte besteht darin, dass der Begriff Holocaust in einem falschen Zusammenhang gebraucht worden sei um die Taten der NSDAP zu verharmlosen. Aber wie kann man das Wort Holocaust missbrauchen?&lt;br /&gt;Um mich darüber schlau zu machen, habe ich nach Definitionen des Wortes "Holocaust" gesucht. Im Wesentlichen ist die Bedeutung natürlich zwischen den Quellen übereinstimmend: Das Wort stammt aus dem griechischen und bezeichnet die verbrannten Überreste eines Brandopfers. Im Deutschen wurde das Wort zunächst gebraucht um besonders große Zustände der Zerstörung und Vernichtung zu beschreiben. Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs wurde der Begriff zunehmend benutzt um die enorme Menschenvernichtung der Nationalsozialisten in den Konzentrationslagern zu bezeichnen. Über die Jahrzehnte hinweg ist die das Wort überwiegend im Zusammenhang mit den Konzentrationslagern gebraucht werden, die Assoziation "Holocaust = Hitlers Menschenvernichtungsprogramm" hat sich fest eingebürgert.&lt;br /&gt;Was sagen die Wörterbücher zu diesem Thema? Mein Paperback-Fremdwörterduden von 1982 führt beide Definitionen. Die Suche im Internet dagegen fördert häufig nur die eine Definition zu Tage: http://www.google.de/search?hl=de&amp;lr=&amp;amp;oi=defmore&amp;q=define:Holocaust&lt;br /&gt;Die Bezeichnung Holocaust für Brandkatastrophen oder andere große Zerstörungsakte ist einfach nicht mehr gängig, wird der Begriff zusammenhangslos erwähnt, findet bei uns eine spontane Assoziation zu den deutschen Konzentrationslagern statt. Dadurch wird es aber nicht weniger erlaubt, den Begriff auch in seiner ursprünglichen Bedeutung zu benutzen.&lt;br /&gt;Genau dies hat Jürgen Gansel getan und deutsche Politiker haben gezeigt, dass sie Holocaust zwingend mit dem Dritten Reich verbinden. Genau das wurde von Gansel einkalkuliert und genau darin bestand letztendlich sein erfolgreicher Akt der Provokation. Illegal wird er dadurch aber immer noch nicht.&lt;br /&gt;Die Reden von Holger Apfel und Jürgen Gansel: Die vollständigen Reden liegen mir nicht vor, also kann ich nicht beurteilen, ob sie verfassungs- und/oder menschenfeindliche Aussagen enthalten. Darum möchte ich zu diesem Punkt nicht allzu viel sagen. Bis jetzt hat mir aber noch niemand eine konkrete Aussage nennen können, die die freiheitlich-demokratische Grundordnung angreift, das Regime der Nationalsozialisten rechtfertigt, die Menschenvernichtung anzweifelt, den Wert eines Menschenleben missachtet oder in einer anderen Weise verfassungsunkonform ist.&lt;br /&gt;Fassen wir zusammen: Die Aussagen der NPD waren extrem provozierend, hetzerisch und polemisch. Dennoch müssen wir feststellen, dass sie sich innerhalb der garantierten Redefreiheit bewegt haben. So sehr wir auch wissen, welches Gedankengut den Aussagen zugrunde liegt und so gerne wir die Partei auch von heute auf morgen verbieten würden - Die Aussagen, die im sächsichen Landtag fielen, reichen nicht aus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie wurde auf die NPD reagiert?&lt;br /&gt;Zunächst einmal möchte ich die Abgeordneten des sächsischen Landtags würdigen, die mit der Provokation unmittelbar konfrontiert waren und nur wenig Zeit zur Reaktion hatten. Unter diesen Umständen war die Reaktion einwandfrei: Das Aufrechterhalten der Schweigeminute und das Verlassen des Plenums haben wohl das beste Signal gesetzt: Die Abgeordneten der NPD wurden ignoriert und ihre Herausforderung zu einer inhaltlichen Diskussion nicht angenommen. Ebenso wichtig waren auch die Aktionen von Erich Weiss, der die Polemisierung wiederlegte, und von Erich Iltgen, der die provokante Schweigeminute der NPD in eine Konsensfähige umwandelte.&lt;br /&gt;Während mir die spontanen Reaktionen außerordentlich gut gefielen, erschien die öffentliche Antwort auf die Polemisierungen der NPD zu unüberlegt. Unrealistische Verbotsforderungen und ebenso unrealistische Sanktionen vom Ausschluss aus der Parteifinanzierung bis zum Redeverbot für die Fraktion wurden wiederholt gefordert. Politiker aus allen Parteien unterminieren freiwillig ihre Glaubwürdigkeit, indem sie sich zuversichtlich äußern, das Problem der rechtsextremen Parteien sei einfach und schnell zu lösen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie sollten wir reagieren?&lt;br /&gt;Was geschehen ist, ist geschehen. Und was ist geschehen? Die NPD ist eine legale Partei und ihre Abgeordneten besitzen eine eigene Fraktion im sächsischen Landtag. Die NPD betreibt eine zweigleisige Wahlwerbung: Politikfrustrierte aus der Bevölkerungsmitte werden durch regierungskritische Slogans angesprochen, zudem nimmt die Partei stets einen oppositionellen Standpunkt zu kritischen Programmpunkten der großen Parteien ein. Der "kleine Mann" der politikverdrossenen unteren Mittelklasse ist die wichtigste Wählergruppe der NPD.&lt;br /&gt;Ebenso wichtig ist aber auch die Werbung in der rechtsextremen Szene. Die Partei versucht, Jugendkulturen für sich zu gewinnen und versucht dabei nicht mit Parteien wie der DVU zu konkurrieren. Die rechtsradikalen Parteien versuchen, ihr Wählerpotential unter den Jugendlichen und den Subkulturen (wie einzelnen Skinhead-Gemeinschaften) voll auszuschöpfen, indem nur eine rechtsradikale Partei zu jeder Wahl antritt.&lt;br /&gt;Die NPD kann sich auf diese Weise eine kleine Stammwählerschaft sichern, die (noch) nicht für Einfluss im Bundestag ausreichen wird, in kritischen Landtagswahlen aber die 5%-Hürde übertreffen wird.&lt;br /&gt;Was die NPD mit ihrer Stimmgewalt im Landtag bewirken kann, haben wir festgestellt. Der Landtag wurde von Gansel und Apfel erfolgreich als Publikationsort für stumpfe Slogans und sinnfreie Provokation missbraucht. Und ganz egal, wie die Ereignisse in den Medien dargestellt werden - ihr Wählerklientel haben die Abgeordneten mit ihren Aussagen befriedigt. Bei gegebenem Anlass werden wir erneut Zeugen eines "Eklats" werden. Bis dahin sollten wir wissen, wie darauf zu reagieren ist:&lt;br /&gt;Die beiden einfachsten Optionen sind gleichzeitig die schlechtesten. Sie lauten "Ignorieren" und Verbieten". Reine Ignoranz führt nur zu mehr Selbstsicherheit und vehementeren Provokationen der populistischen Abgeordneten. Zudem herrscht im Großteil der Bevölkerung der Konsens, dass der Rechtsextremismus in Deutschland nicht unterschätzt werden sollte.&lt;br /&gt;Die Befürworter eines Verbots der NPD sind allerdings recht zahlreich und man muss gestehen, dass ein Verbot der Partei eine sehr angenehme Lösung ist: Wir müssten uns keine Parolen mehr aus dem Landtag anhören, das Bild Deutschlands im Ausland wäre wieder besser und es wäre Platz in den Schlagzeilen für Sinnvolleres. Das eigentliche Problem wird aber durch ein Verbot nicht im geringsten gelöst. Die rechtsradikalen Parteien sind ja lediglich das Symptom, das eigentliche Problem besteht darin, dass sich 9,2% der Wähler Sachsens von der NPD-Propaganda haben beeinflussen lassen. Wird die NPD verboten, werden ihre Mitglieder innerhalb kürzester Zeit zu DVU, Republikanern überlaufen oder vielleicht auch die "Juden-sind-doof-Partei" gründen. Auf jeden Fall werden sie in der Politik bleiben und die nächste Wahl vorbereiten. Egal um welches Wahlgebiet es geht - Die leitenden Kader der Rechtsradikalen werden eine Partei aufbauen, die die Stimmen ihres Wählerstamms plus ein paar tausend Protestwähler einsammelt. Ob diese Partei nun NPD, DVU oder "Juden-sind-doof-Partei" heißt, wird letztendlich keinen Unterschied machen: Sie wird aus den gleichen Menschen bestehen und von den gleichen Menschen gewählt werden.&lt;br /&gt;Das ist der Zustand, mit dem wir uns unmittelbar beschäftigen müssen. Wir sehen, dass das Verbot einer Partei nicht funktioniert: Um aktiv gegen rechtspopulistische Politik vorzugehen, bieten sich zwei Strategien an:&lt;br /&gt;1) Beseitigung der Politiker&lt;br /&gt;Darunter stellen wir uns jetzt nicht antifaschistische Hitmen vor, sondern eine einfache Ausweitung des Parteigesetzes. Wenn Jürgen Gansel bei einer seiner nächsten Reden sich tatsächlich volksverhetzend äußern sollte, würde dies neues Material für ein Verbotsverfahren gegen die NPD liefern. Aber warum gegen die NPD und nicht gegen Jürgen Gansel selbst? Stellen wir uns folgendes vor: Politiker, die sich wiederholt volksverhetzend, antidemokratisch oder verfassungsfeindlich äußern, werden vom Bundesverfassungsgericht für politische Ämter "gesperrt". Wenn Herr Gansel sich zu oft in der Aussage vergreift, verliert er sein politisches Amt und darf für eine bestimmte Zeit auch keines mehr ausüben, egal in welcher Partei. Auf diese Weise greift man die Leitfigur populistisch-radikaler Parteine dauerhaft an und kann eventuell sogar gemäßigtere Politiker der Parteien unterstützen.&lt;br /&gt;2) Beseitigung des Wählerpotentials&lt;br /&gt;Nein, auch dafür brauchen wir nicht die Hitmen. Wie bereits erwähnt greifen die NPD und ihre Kameraden auf eine Wählergruppe zurück, die besonders anfällig für populistische Parolen ist. Die Wählergruppe zeichnet sich zumeist aus durch:&lt;br /&gt;- Desinformation&lt;br /&gt;- Politikverdrossenheit&lt;br /&gt;- Wir-gegen-die-Mentalität&lt;br /&gt;Desinformation geschieht ganz automatisch. Reformen durch die Regierung (Hartz IV....) und die Wirtschaft (40-Stunden-Woche) bieten viel Angriffsfläche für die Populisten - vor allem, weil sich die Zielgruppe unter den Reformen oft nicht mehr vorstellen kann, als materielle Nachteile für sich. Je schlechter eine Bevölkerungsgruppe informiert ist, desto größer ihre Neigung, simplifizierten Slogans zu folgen.&lt;br /&gt;Politikverdrossenheit ist in der gesamten Bevölkerung anzutreffen und Protestwähler sind kein neues Phänomen. Die Tendenz führt aber dahin, dass Protestwähler gezielt beworben werden. Die NPD führte ihre Wahlkämpfe hauptsächlich damit, dass sie eine oppositionelle Haltung gegenüber unliebsamen Programmpunkten der Regierung einnahm. Eigene Programmpunkte fand man in ihrem Wahlkampf eher selten.&lt;br /&gt;Natürlich benutzt jede Partei gezielte Wahlwerbung um ihre Wählerschaft zu vergrößern, im Falle der radikalen Parteien ist es aber anscheinend so, dass simple Effekte reichen um die plumpe Botschaft zu vermitteln. Das Format der Wahlplakate begünstigt die Parteien, deren inhaltliche Argumentation sich ohnehin auf Slogans konzentriert. Wenn sich der Wahlkampf auf eine inhaltliche Ebene orientieren und eine direkte Gegenüberstellung zwischen den Parteien enthalten würde, dann könnten wir bei der nächsten Wahl vielleicht etwas weniger Zulauf zum populistischen Lager sehen. Wenn....&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9884640-110712255657836970?l=bleimensch.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://bleimensch.blogspot.com/feeds/110712255657836970/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=9884640&amp;postID=110712255657836970' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9884640/posts/default/110712255657836970'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9884640/posts/default/110712255657836970'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://bleimensch.blogspot.com/2005/01/gerechtigkeit-contra-toleranz-contra.html' title='Gerechtigkeit contra Toleranz contra Intoleranz?'/><author><name>Max</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01879351480085568306</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='30' src='http://www.directupload.net/images/050101/KpWuvbiF.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9884640.post-110608342117143235</id><published>2005-01-18T22:22:00.000+01:00</published><updated>2005-01-18T22:23:41.170+01:00</updated><title type='text'>Sports Rant (I)</title><content type='html'>Es ist der 8.1.2005 und in Willingen findet der Teamweltcup im Skiflug statt. Für die deutsche Mannschaft springt unter anderem Alexander Herr. Ihm gelingt zwar ein weiter Sprung, allerdings wird er kurz vor der Landung von einem Windstoß beeinträchtigt. Ihm misslingt die Landung und er stürzt....&lt;br /&gt;Eine Stunde später hat sich alles geklärt. Die deutsche Mannschaft gewinnt den (abgebrochenen) Weltcup, Alexander Herr ist allerdings mit einem Kreuzbandriss unterwegs ins Krankenhaus und fällt für den Rest der Saison aus. Bleibt nur die Frage: War der Unfall vermeidbar? Und wenn ja, wer ist für ihn verantwortlich?&lt;br /&gt;Die Positionen sind recht klar definiert. Herr klagt den Internationalen Skiverband (FIS) an, die Sicherheit der Athleten vernachlässigt und einen Unfall billigend in Kauf genommen zu haben. Die Bedingungen mit extrem wechselhaften Winden wären unberechenbar und gefährlich gewesen. Der FIS, die Organisatoren des Wettbewerbs und die Teamchefs widersprechen: Die Bedingungen seien nicht schlimmer gewesen als bei anderen Wettbewerben, das Risiko war annehmbar und eine Absage des Weltcups nicht in Kauf zu nehmen. Und rein rechtlich gesehen steht Alexander Herr auf schlechtem Posten: Dadurch, dass er freiwillig gesprungen ist, hat er die Bedingungen (und damit auch das verbundene Risiko) akzeptiert und ist selber für die Folgen verantwortlich. Und auch das Argument der Vergleichbarkeit ist durchaus einleuchtend: Die Rolle des Windes ist unbestritten, allerdings gehen nur verschwindend wenige Unfälle auf Witterungsbedingungen zurück. Der Weltcup in Willingen hatte praktisch die gleichen Voraussetzungen wie viele Skiflugwettbewerbe zuvor. Und der Unfall an sich ist zwar unglücklich, hatte aber keine zu schlimmen Folgen für den Springer.&lt;br /&gt;Trotz alledem weigere ich mich, den Sturz einfach abzuhandeln. In mancher Hinsicht ist ein Teamweltcup nicht vergleichbar mit einem Einzelspringen. Die Hauptargumente der Funktionäre gründen sich vor allem auf drei Argumente: Das Risiko wäre für die Springer kalkulierbar gewesen, Alexander Herr wäre übertrieben riskant gesprungen und eine Absage des Weltcups wäre für Verband und Publikum untragbar gewesen. Während das letzte Argument einfach nur ein trauriges Streiflicht aus dem publikumsbezogenen Sport ist, fasziniert mich an den ersten beiden Aussagen die vollkommene Ignoranz für die Situation eines Springers in einem Teamwettbewerb.&lt;br /&gt;Gehen wir zeitlich ein paar Schritte zurück. Alexander Herr ist noch nicht gesprungen, er fährt jetzt mit den anderen Springern zur Schanze. Er bemerkt die Wetterbedingungen, ihm wird von der hohen Windgeschwindigkeit und den Windböen berichtet. Er weiß also bereits vor dem Sprung, dass er ein Risiko eingeht. Soweit das Argument der Funktionäre. Was aber sind die Alternativen des Springers in dieser Situation? Natürlich könnte er sich weigern, unter den Bedingungen teilzunehmen. Dies würde aber nicht nur sein Ausscheiden aus dem Wettbewerb bedeuten, sondern auch das Ausscheiden seiner Mannschaft und seines Verbandes. Ein Springer kann in einer Mannschaft keine Entscheidung nur für sich treffen, betroffen wären auch die drei Teamkollegen, die (anscheinend) das Risiko auf sich nehmen. Keiner der Springer will derjenige sein, der für das Ausscheiden seiner Mannschaft verantwortlich wäre. Also nehmen alle Skispringer auch am Wettbewerb teil und entlasten bereits damit die FIS von der juristischen Verantwortung.&lt;br /&gt;Aber nicht nur an dieser Stelle ist der Konflikt mit dem Teamgedanken fatal. Jetzt ist Alexander Herr in der Luft und wird mit ca. 100 km/h in Richtung Boden katapultiert. Wir gehen davon aus, dass der Sportler in der Luft die Weite seines Sprunges noch kontrollieren kann. Je später er landet, desto weiter wird der Flug und desto größer ist auch die mögliche Punktzahl für die Teamwertung. Gleichzeitig erhöht sich aber das Risiko, die Landung nicht kontrollieren können und abzustürzen.&lt;br /&gt;In einem Einzelwettbewerb ist die Handlungsfreiheit der Sportler überschaubar: Jeder Springer ist für sich selbst verantwortlich und kann sich frei entscheiden, wieviele Risiken er eingehen will. In einem Teamwettbewerb ist die Situation allerdings anders. Der Springer übernimmt weiterhin die Verantwortung, von seiner Entscheidung ist aber die gesamte Mannschaft betroffen. Ein zu kurzer Sprung könnte in der Endabrechnung den fehlenden halben Punkt bedeuten. Bei einem Sprung unter schwierigen Bedingungen steht also die Sicherheit des Springers im Konflikt zum mannschaftlichen Siegesinteresse. Gerade die ersten Springer stehen unter einem immensen Druck, da sie nicht einschätzen können, welche Konsequenzen eine verfrühte Landung von ihnen haben könnte.&lt;br /&gt;Praktisch jeder Springer wird im Zweifelsfall das größere Risiko für sich eingehen und damit die Konsequenzen tragen müssen. Die Verletzung von Alexander Herr ist die logische Folge der Wettbewerbsbedingungen.&lt;br /&gt;Bleibt die Frage: Welche Lehre zieht man aus dieser Angelegenheit? Die Risikobereitschaft der Sportler wird mit keinem technischen Mittel zu bremsen sein. Die einzige Möglichkeit, für größere Sicherheit zu sorgen, bestünde in einer strengeren Kontrolle der äußeren Bedingungen. Wenn die Organisatoren nicht die Scheu ablegt, Großereignisse an die Witterung anzupassen, nehmen sie Verletzungen der Springer billigend in Kauf. Wenn die Verbände dies zulassen, handeln sie verantwortungslos gegenüber ihren Repräsentanten. Wenigstens bei Mannschaftswettbewerben sollte hier eine größere Sensibilität herrschen.&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9884640-110608342117143235?l=bleimensch.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://bleimensch.blogspot.com/feeds/110608342117143235/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=9884640&amp;postID=110608342117143235' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9884640/posts/default/110608342117143235'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9884640/posts/default/110608342117143235'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://bleimensch.blogspot.com/2005/01/sports-rant-i.html' title='Sports Rant (I)'/><author><name>Max</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01879351480085568306</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='30' src='http://www.directupload.net/images/050101/KpWuvbiF.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9884640.post-110556103400262581</id><published>2005-01-12T20:28:00.000+01:00</published><updated>2005-01-22T15:26:01.860+01:00</updated><title type='text'>Let's talk about sex</title><content type='html'>Es gibt Tage an denen ich ganz kurz davor bin, nach Karlsruhe zu pilgern und vor dem Verfassungsgericht einen kleinen Schrein dafür zu errichten, dass es in Deutschland eine klare Trennung zwischen Kirche und Staat gibt. Warum? Die Antwort findet sich im Link der Überschrift. Für die Englischunbegabten und Faulen eine kleine Zusammenfassung:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In den USA gibt es bereits seit Jahren "Abstinence-Only" Programme. Diese Programme fördern eine (vor allem schulische) Erziehung, die sexuelle Enthaltsamkeit vor der Heirat propagiert und vor den Gefahren vorehelichen Geschlechtsverkehrs warnt. Erwartungsgemäß werden solche Projekte besonders von den konservativen Politikern, namentlich die Republicans, gefördert. Unter der Bush-Administration stieg die Summe der bewilligten Geldmittel von 80 auf 167 Millionen US-Dollar (beantragt waren sogar 270).&lt;br /&gt;Zu diesen Programmen kann man durchaus geteilter Meinung sein. Geht man von dem stark christlich geprägten Standpunkt und der moralischen Verpflichtung den eigenen Idealen gegenüber aus, ist die Förderung der Keuschheit unter Jugendlichen auch nicht unwichtig. Die Kritik richtet sich auch nicht auf die Existenz der "Abstinence-Only" Projekte, sondern auf die Art, wie sie durchgeführt wird.&lt;br /&gt;Der demokratische Abgeordnete Henry A Waxman gab eine Studie in Auftrag, die sich mit den Projekten befasste. Die Studie untersuchte die Lehrpläne, die den Projekten zugrunde lagen. 13 Lehrpläne wurden untersucht, in 11 von ihnen wurden massive Fehlinformationen entdeckt. Die Studie teilt die Fehler dabei thematisch ein:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(B) Fehlinformationen über die Wirksamkeit von Verhütungsmitteln &lt;em&gt;(Hauptsächlich umstrittene oder falsch wiedergegebene Studien über die Wirksamkeit von Kondomen. Aus einem Risiko von 2-3% wird in der Studie 31%, hinzu kommt wiederholt die unwahre Behauptung, Kondome schützten nicht vor einer Infektion mit HIV. Dass beinahe alle Schwangerschaften trotz Kondom auf unsorgfältige Anwendung zurückzuführen sind, wird natürlich nicht erwähnt)&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(C) Fehlinformationen über die Folgen von Abtreibungen &lt;em&gt;(Einige Lehrpläne enthalten Studien über die physischen Folgen einer Abtreibung. Dass die Studien teilweise über 20 Jahre alt sind und auf den veralteten Methoden basieren, wird nicht erwähnt. Die psychischen Folgen, die in Lehrplänen vorkommen, findet das Blatt medizinisch nicht bestätigt.)&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;(D) Vermischung von Religion und Wissenschaft &lt;em&gt;(Hauptsächlich die Darstellung des menschlichen Embryos. Ein vierwöchiger Embryo wird aufgrund von Hirnaktivitäten als "denkendes Wesen" dargestellt, die Frage nach dem Beginn des Lebens simplifiziert und einseitig betrachtet)&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;(E) Darstellung von Geschlechterrollen als wissenschaftliche Tatsache &lt;em&gt;(Es läuft natürlich wieder auf die klassischen Klischees hinaus: Frauen müssen beschützt werden, können sich im Beruf nicht durchsetzen, sollten dem Mann die wichtigsten Entscheidungen überlassen und brauchen die Geborgenheit einer Familie.)&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;(F) Fehlinformationen über Risiken bei Geschlechtsverkehr &lt;em&gt;(Das Risiko der Infektion mit Geschlechtskrankheiten wird über die Manipulation von Studienresultaten zu hoch angesetzt. Über Verhütungsmethoden wird nicht informiert. Interessant ist es auch, dass geistige und soziale Schäden in direkten Bezug zu vorehelichem Geschlechtsverkehr stehen sollen)&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;(G) Ungenauigkeiten &lt;em&gt;(Einfache Fehler, die teilweise auf mangelnde Recherche schließen lassen, teilweise aber auch sehr erschreckend sind. Laut einer Studie wäre demnach HIV über Speichel, Schweiß und Tränen übertragbar...)&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir sehen also: Genau in diesem Augenblick wird in vielen Klassenräumen der USA ein Ordner mit immensen Fehlinformationen stehen und von den Lehrern an die Kinder weitergegeben werden. Die nächste Generation wird lernen, dass Kondome sowieso nichts verhindern, vorehelicher Sex unweigerlich zum Leben in der Gosse führt und dass eine Abtreibung nicht nur ein Verstoß gegen Gottes Gebote sondern auch eine tödliche Selbstschädigung ist. Neun Zehntel der nächsten Generation werden also aus Angst ihre reproduktiven Organe in Folie einschweißen um sicher zu sein, während das letzte Zehntel grundsätzlich keine Verhütungsmittel benutzen wird um fatalistisch herumzuhuren.&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9884640-110556103400262581?l=bleimensch.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='related' href='http://www.democrats.reform.house.gov/Documents/20041201102153-50247.pdf' title='Let&apos;s talk about sex'/><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://bleimensch.blogspot.com/feeds/110556103400262581/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=9884640&amp;postID=110556103400262581' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9884640/posts/default/110556103400262581'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9884640/posts/default/110556103400262581'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://bleimensch.blogspot.com/2005/01/lets-talk-about-sex.html' title='Let&apos;s talk about sex'/><author><name>Max</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01879351480085568306</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='30' src='http://www.directupload.net/images/050101/KpWuvbiF.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9884640.post-110537914929687318</id><published>2005-01-10T18:16:00.000+01:00</published><updated>2005-01-10T18:45:49.296+01:00</updated><title type='text'>Falsche Hoffnung</title><content type='html'>SPIEGEL ONLINE ist für mich eine ideale Lektüre für eine flüchtige Informationsbeschaffung. Die Artikel sind journalistisch erstaunlich korrekt, dafür zeigt sich die Verbundenheit mit dem Boulevard öfters mal in einer amüsant zweifelhaften Auswahl der Themen, Quellen und Überschriften.  Warum ich das heute loslassen muss? Gleich neben "Roland Koch verunglückt" findet man diesen Artikel (Link in der Überschrift).&lt;br /&gt;Man brainstorme mit der Überschrift. Der Politiker ist an Kinderpornos gestorben? Verursachen Kinderpornos tödliche Krankheiten? Sind sie gar selber tödlich? Durchzieht schon seit Jahren eine Todeswelle die Kinderpornoszene?&lt;br /&gt;Leider ist das alles nicht der Fall. Anscheinend hat der gute Mann Kinderpornos konsumiert und aus Angst vor Bloßstellung Suizid begangen. Also kein jüngstes Gericht. Schade eigentlich.&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9884640-110537914929687318?l=bleimensch.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='related' href='http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,336191,00.html' title='Falsche Hoffnung'/><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://bleimensch.blogspot.com/feeds/110537914929687318/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=9884640&amp;postID=110537914929687318' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9884640/posts/default/110537914929687318'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9884640/posts/default/110537914929687318'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://bleimensch.blogspot.com/2005/01/falsche-hoffnung.html' title='Falsche Hoffnung'/><author><name>Max</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01879351480085568306</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='30' src='http://www.directupload.net/images/050101/KpWuvbiF.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9884640.post-110512733455314034</id><published>2005-01-07T18:43:00.000+01:00</published><updated>2005-01-22T15:19:29.283+01:00</updated><title type='text'>Die Sendung mit dem Max (I)</title><content type='html'>Das sind Gabi und Klaus. Gabi und Klaus sind seit acht Jahren glücklich miteinander verheiratet. Kinder haben sie aber noch nicht, vor allem weil Klaus noch keine Kinder haben will. Gabi wünscht sich aber ein Kind und ist darum ausgesprochen glücklich als sie eines Tages bemerkt, dass sie schwanger ist. Klaus reagiert auf die Nachricht doch eher verwundert, da er sicher war immer Kondome benutzt zu haben. Während Gabi jetzt freudestrahlend nach IKEA rennt um ein Kinderbett auszusuchen sehen wir uns Klaus mal näher an. Klaus weiß nämlich gar nicht was er machen soll. Natürlich kann es einfach so gewesen sein, dass eins seiner Kondome nicht ganz dicht war. Was aber, wenn das Kind gar nicht von ihm ist?&lt;br /&gt;Was Klaus noch nicht weiß, aber demnächst in Erfahrung bringen wird: In Deutschland hat er zwei Möglichkeiten sich Gewissheit zu verschaffen sobald das Kind geboren ist. Er kann vor Gericht ziehen und mit einer Vaterschaftsklage einen Test erzwingen. Oder aber er kann mit ein wenig Speichel des Kindes einen heimlichen Test veranlassen von dem Gabi nichts erfährt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist die Brigitte. Brigitte kennt Gabi und Klaus nicht und trotzdem ist sie eine sehr wichtige Person für die beiden. Brigitte ist nämlich unsere Justizministerin. Und weil man als Justizministerin neue Gesetze entwerfen darf und Brigitte heimliche Vaterschaftstests gar nicht gut findet, will sie jetzt die heimlichen Vaterschaftstests verbieten. Das wäre nicht sehr angenehm für den Klaus. Denn wenn Klaus nun in Erfahrung bringen will, ob er auch wirklich der Vater ist, müsste er dies nicht nur Gabi verraten, sondern dies auch vor Gericht durchsetzen. Und da man nicht einfach so vor Gericht geht, müsste er seine Klage dann auch begründen. Das würde Gabi nicht gefallen. Und Klaus auch nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das sind Katrin und Volker. Die beiden sind nicht miteinander verheiratet und wollen auch keine Kinder zusammen haben. Sie sind nur in der gleichen Partei und wollen zusammen verhindern, dass die Brigitte ihr Gesetz machen kann. Die beiden sind der Meinung, dass Klaus die Vaterschaft überprüfen darf ohne sein Misstrauen bekunden zu müssen. Das findet die Brigitte nicht gut und die meisten Männer und Frauen aus ihrer Partei auch nicht. Klaus findet das übrigens auch nicht ganz so gut. Denn eigentlich vertraut er ja Gabi und hat sich mit dem Gedanken an ein Kind angefreundet. Was Klaus nicht so gut findet, ist die Tatsache, dass Gabi von heimlichen Vaterschaftstests weiß. Und Gabi weiß auch, dass Volker einen solchen Test unternommen haben könnte. Jetzt können beide einander nicht vollkommen vertrauen. Das gefällt Gabi nicht. Klaus übrigens auch nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir sehen also: Ob die heimlichen Tests erlaubt bleiben oder nicht: Besteht kein Vertrauen zwischen Gabi und Klaus, lässt sich eine zufriedenstellende Lösung nur schwer finden. Zum Glück gibt es ja noch eine dritte Möglichkeit. Wir gehen dazu in das Krankenhaus, wo Mareike vor fünf Tagen geboren wurde. Mareike ist nämlich die Tochter von Gabi und Klaus. Jetzt findet die zweite Pflichtuntersuchung von Mareike statt und zum ersten Mal wird ihr eine Blutprobe entnommen. Das findet Mareike gar nicht gut, wir aber schon. Denn über die erste Blutprobe wird nicht nur die Blutgruppe bestimmt, sondern auch Mareike auf Stoffwechselerkrankungen überprüft.&lt;br /&gt;Was aber, wenn die Pflichtuntersuchung ein klein wenig größer wäre? Was wäre, wenn mit Mareikes Blut auch ein Gentest durchgeführt werden würde? Klaus hätte danach Gewissheit, dass Mareike seine Tochter ist und da der Test obligatorisch gewesen wäre, hätte er auch nie zugeben müssen, Gabi einmal misstraut zu haben. Das gefällt Gabi und Klaus eigentlich recht gut. Den Ärzten gefällt das auch, denn mit einem solchen Test könnten sie gleich viel mehr machen und Mareike auf noch mehr Krankheiten überprüfen.&lt;br /&gt;Nur dem Hans gefällt die Idee nicht. Hans ist nicht Mareikes Kinderarzt. Hans ist Bundesfinanzminister. Und da ein Gentest doch etwas kostet, würde er jedes Jahr die Rechnung für über 700.000 Gentests bezahlen müssen. Und da der Hans schon genug Probleme mit den anderen Rechnungen hat, wird der Hans so einen Plan wohl ablehnen. Das gefällt uns nicht. Das gefällt mir nicht. Schade drum.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;edit 22.10: Natürlich gefällt meine Idee nicht nur dem Hans nicht. Datenschützer wie der FoeBud haben berechtigte Einwände, was die Erhebung und Benutzung der genetischen Daten betrifft. Ideal wäre natürlich eine unmittelbare Vernichtung der erhobenen Daten, blind vertraut werden muss dann natürlich mal wieder jemandem.&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9884640-110512733455314034?l=bleimensch.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://bleimensch.blogspot.com/feeds/110512733455314034/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=9884640&amp;postID=110512733455314034' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9884640/posts/default/110512733455314034'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9884640/posts/default/110512733455314034'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://bleimensch.blogspot.com/2005/01/die-sendung-mit-dem-max-i.html' title='Die Sendung mit dem Max (I)'/><author><name>Max</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01879351480085568306</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='30' src='http://www.directupload.net/images/050101/KpWuvbiF.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9884640.post-110472593946473293</id><published>2005-01-03T05:16:00.000+01:00</published><updated>2005-01-04T19:30:32.666+01:00</updated><title type='text'>Fazit einer Katastrophe</title><content type='html'>Beginnen wir mit den Fakten: Am 26.12.2004 verschieben sich im indischen Ozean zwei Kontinentalplatten. Das folgende Seebeben erzeugt einen Tsunami, der ungebremst die Küsten von Somalia, Sri Lanka, Indien, Thailand, Indonesien und einigen anderen Ländern erreicht. Die Flutwelle zerstört Städte und Dörfer entlang der Küsten und tötet zahllose Menschen auf See und an Land. Die Infrastruktur ganzer Regionen wird vollkommen vernichtet, ganz zu schweigen von den Menschen, die innerhalb von Minuten ihren gesamten Besitz und viele Familienmitglieder verloren haben.&lt;br /&gt;Ich selbst habe davon nicht viel erlebt. Ich lebe auf der anderen Seite der Erdkugel und um zur nächsten Küste zu gelangen, bräuchte ich zweieinhalb Stunden. Da ich auch keine Angehörigen in den betroffenen Regionen habe, bin ich wohl so etwas wie ein Unbeteiligter. Natürlich kann man bei einer Naturkatastrophe solchen Ausmaßes nicht vollkommen unbeteiligt bleiben. Ich schlage also am 27. Dezember Tageszeitungen auf, sehe fern, lese neue Informationen im Internet und spreche mit anderen Menschen über aktuelle Geschehnisse.&lt;br /&gt;Heute, fast genau eine Woche nach dem ersten Beben ziehe ich die Bilanz was mir als Unbeteiligtem am meisten aufgefallen ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;- Die Selbstbestätigung&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Sylvester, als ich mir eigentlich das Feuerwerk ansehen wollte, sprach mich ein Mann an. Irgendwie kamen wir ins Gespräch und das Gespräch kam - wie sollte es anders sein - auf Naturkatastrophen. Mein freundlicher Gesprächspartner erzählte mir viel von seiner Überzeugung. Er sagte, er glaube an die Macht der Natur und daran, dass die Natur ein Bewusstsein besitze. Er glaube daran, dass Naturereignisse (und folglich auch Naturkatastrophen) kontrollierte Handlungen der Natur seien, die damit auf die Taten des Menschen reagiere. Verhielte der Mensch sich falsch, würde also eine Bestrafung durch die Natur folgen. Obwohl ich seine Weltanschauung nicht im geringsten teilte fand ich die Diskussion anregender als mir ein paar bunte Raketen anzusehen. Vor allem fand ich es interessant, dass ich gerade 5 Tage nach der Flutwelle von einem Menschen mit dieser Überzeugung angesprochen wurde. Ich glaube nicht, dass der Mann durch den Tsunami auf diesen Glauben gebracht wurde, bin mir allerdings sehr sicher, dass er ohne den Tsunami nie mit mir dieses Gespräch angefangen hätte. Natürlich benutzte er auch in der Diskussion mit mir die Ereignisse als ein Beispiel um die Macht der Natur zu demonstrieren. Er wurde wohl durch den Tsunami in seiner Überzeugung berkräftigt und zwar so weit, dass er mit ihr offener umgeht als zuvor (Ich gehe bei dieser Anekdote davon aus, dass er diese Art von Gesprächen nicht häufiger führt).&lt;br /&gt;Sicher ist dieser Mann nicht der einzige, der seinen Glauben, seine Moral oder seine Überzeugung bestätigt fühlt. Religionsgemeinschaften in aller Welt demonstrieren Zynismus indem sie die Ereignisse als Beweis für ihre Theorien missbrauchen. Von ihnen erlebe ich als Bewohner eines christlich geprägten Staates am häufigsten die Christen, die Vergleiche zu biblischen Katastrophen ziehen und daraus moralische Schlüsse ziehen wollen.&lt;br /&gt;Natürlich wird auch auf der politischen Ebene die Katastrophe als Verstärker für bereits bestehende Positionen benutzt. Ein Beispiel? Große Teile der "Anti-Bush-Lobby" (der ich normalerweise recht nahe stehe) suchen und finden auf diese Weise Bestätigung. Sie meinen, der Präsident der USA würde zu wenig Hilfe leisten und im Urlaub bleiben, während andere Regierungschefs selbigen abbrechen und sich persönlich an den Reperaturen beteiligen. So ungern ich eine Gelegenheit auslasse, die Aktionen des mächtigsten Mann der Welt zu hinterfragen: Hier sehe ich den Ansatz der Kritik nicht: Ich frage mich stattdessen: Was genau bewirken die Regierungschefs indem sie ihren Urlaub abbrechen? Zugegeben: Sie setzen das Signal, dass sie persönlich Anteil nehmen und sich um die Aufräumarbeiten kümmern. Es ist aber auch nicht mehr als das Signal: Wirklich gefordert sind die Finanz- und Verwaltungsexperten, die den Umfang der Hilfe bestimmen und koordinieren, wohin sie fließt (womit auch der erste Vorwurf an Bush relativiert werden kann), Botschaften vor Ort und Außenministerium für den Kontakt und die Koordination der Suche nach den Vermissten aus eigenem Land, sowie die Hilfsorganisationen selbst. Ein Bush auf seiner Ranch und ein Schröder in seinem Büro werden in etwa gleich viel bewirken.&lt;br /&gt;Ich werde also in der nächsten Zeit existenzielle Fragen in Bezug auf die Naturkatastrophe einfach ignorieren. Die Einzigen, denen ich in dieser Frage zuhören werde, sind die Experten, die vernünftige Vorschläge für bessere Frühwarnsysteme haben. Alle anderen mögen mir bitte ihre Theorien ohne Tsunami vortragen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;- Die &lt;em&gt;"Exemplarische Betroffenheit"&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Exemplarische Betroffenheit findet sich am schnellsten in Zeitungen, Magazinen und im Fernsehen: Sie zeigt uns einzelne Menschen oder Familien, die von der Katastrophe besonders schwer betroffen sind. In den ersten Tagen nach einer Katastrophe werden wir praktisch mit Bildern überhäuft. Wir sehen Helfer, die die Leichen aus den Trümmern ihres zerstörten Dorfes bergen, wir sehen eine Klinik die überquillt von Verletzten, wir sehen Menschen die Verzweifelt ihre Freunde und Verwandte suchen. Und wir sehen Kinder. Kinder, die durch den Tsunami zu Vollwaisen wurden. Kinder, deren Heimat soeben ausgelöscht wurde. Verletzte Kinder in einer der überfüllten Kliniken. Und noch einmal zwei Kinderaugen, die sich neugierig die Kamera ansehen, die auf sie gerichtet wurde, für uns Unbeteiligte aber so wirken, als würden sie UNS in die Augen blicken. Wir Unbeteiligte reagieren immer auf diese Kinderaugen. Sie wecken unser Mitgefühl nicht nur für das Kind, das uns anschaut, sondern für alle Betroffenen. Die Nachricht eines zerstörten Dorfes nehmen wir eher gelassen. Zeigt man uns aber die beiden Kinder, die im Dorf gewohnt hatten und noch vor wenigen Tagen eine Hütte, einen Vater, einer Mutter, zwei Großmütter, vier Geschwister und einen Hund gehabt hatten (was uns natürlich auch mitgeteilt wird), dann zeigen wir echte Anteilnahme.&lt;br /&gt;Was mich daran stört? Zunächst einmal die Tatsache, dass unsere Betroffenheit davon abhängig ist, wie deutlich uns das Leiden des einzelnen Menschen deutlich gemacht wird. Die Tatsache, dass wir ohne die traurigen Kinderaugen kein Anteil nehmen. Dass wir das Ausmaß der Tragödie nicht in Zahlen und Grafiken erkennen, sondern erst wenn man uns das Elend voyeuristisch fotografiert und steril verpackt auf die Titelseite liefert.&lt;br /&gt;Vielleicht rege ich mich darüber zu sehr auf: Empathie lässt sich nicht allein durch Vorstellungskraft erzeugen, wir brauchen einfach einen Standpunkt um uns in die Situation "einzufühlen". Und die stimulierte Empathie ist mir immer noch lieber als Gleichgültigkeit gegenüber den Opfern.&lt;br /&gt;Worauf ich aber hinaus will: Es ist eine Sache, Emotionen zu stimulieren. Was tatsächlich geschieht, ist ein Verkauf von Emotionen. Jedes Medium, das etwas auf sich hält, zeigt mir die Bilder mit den Kindern (die bei mir, wie sie bemerkt haben, symbolisch für alle Darstellungen stehen, die besonders gut geeignet sind, Mitgefühl zu wecken) auf der Titelseite. Und noch ein paar mehr im Innenteil. Und jedes Medium ist darum bemüht, eigene Bilder mit Kindern zu haben, idealerweise mit Namen, Alter und den Familienangehörigen, die gerade in einem Massengrab beerdigt werden. Egal wie gerne ich schreien würde: "Ich fühle mich ja schon betroffen, ihr könnt aufhören, mir die Bilder zu zeigen" - Ich werde es nicht tun und mir stattdessen das Bild vom kleinen Juan ansehen, der gerade in einer überfüllten Notfallklinik behandelt wird. Warum ich das mache? Vielleicht fühle ich mich verpflichtet. Vielleicht gehört zu der Tatsache, dass ich ohne die Bilder nicht Anteil nehme, auch ein Drang, mehr Bilder in mich aufzunehmen. Vielleicht halte ich es für meine Pflicht, mich dem Grauen auszusetzen. Warum sonst steigt nach einer Naturkatastrophe wie dieser der Konsum von Tageszeitungen und Nachrichtensendungen deutlich an?&lt;br /&gt;Und wenn diese Zeitungen und Sendungen mir wieder einmal neue Bilder vorsetzen, was ist das dann? Die Information des Bürgers oder der Missbrauch der Katastrophe um sich selbst zu verkaufen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;- Die Hilfsaktionen&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Nachdem wir für das Thema Katastrophe schon sensibilisiert worden sind folgt der allgemeine Aufruf zu Spendenaktionen. Viele Medien fügen zur Darstellung der Katastrophe den Spendenaufruf hinzu, meist in Zusammenarbeit mit renommierten Organisationen. Da wir gerade eben den kleinen Juan gesehen haben, sind wir gerne bereit zu spenden, auch wenn wir es vorher nie getan haben (außer vielleicht bei der letzten Naturkatastrophe). Wir überweisen unseren Betrag an die Hilfsorganisation unseres Vertrauens und haben das Gefühl etwas für die Opfer getan zu haben (was ja auch stimmt). Wenn wir nichts gespendet haben fühlen wir uns gleich schlechter sobald wir die Bilder mit den Kindern das nächste Mal sehen. Wir denken an den Luxus, den wir haben und die Kinder nicht. Wir denken nicht daran, was wir vielleicht schon einmal getan haben. Wir denken daran, was wir JETZT MACHEN MÜSSEN. Irgendwann halten wir die Bilder nicht mehr aus und spenden. Anschließend haben wir ein reines Gewissen, uns praktisch einen Ablassbrief gekauft.&lt;br /&gt;Was aber passiert mit dem Geld, das wir spenden? Wahrscheinlich haben wir es auf das Konto eines Senders überwiesen. Dieser überweist das Geld dann der Hilfsaktion. Diese kaufen dann für das Geld Medikamente/Geräte/andere nützliche Sachen und verteilen sie dann an die improvisierten Notfallkliniken wo sie dann verabreicht werden.&lt;br /&gt;Was fällt uns dabei auf? Bis aus unserer Spende eine tatsächliche Hilfe geworden ist, ist eine lange Zeit vergangen. Und dabei ist die Zeit nicht einmal eingerechnet, die es gedauert hat, bis das Spendenkonto eingerichtet wurde, wir davon etwas mitbekommen haben, wir uns zur Spende durchgerungen haben und schließlich die Überweisung durchgeführt haben. Die Spende wird erst nach einigen Tagen ankommen, vielleicht später. Wir sind aber davon überzeugt, dass der kleine Juan genau eine Sekunde nach unserer Spende Impfstoff erhält - selbstverständlich von uns finanziert.&lt;br /&gt;Damit will ich keineswegs sagen, dass die Spendenaktionen nach einer Katastrophe keinen Sinn machen. Wenn ihr vorhabt, etwas zu spenden dann tut es jetzt. Was mich nur stört ist die Tatsache, dass Spenden für humanitäre Zwecke erst in Reaktion auf eine Katastrophe geschehen. Die Menge des Geldes das die Hilfsorganisationen erhalten wächst proportional mit aktueller Berichterstattung über humanitäre Notstände. Uns würde es ja nie in den Sinn kommen, dass das Rote Kreuz Geld braucht, wenn sie es nicht ausdrücklich fordern und/oder gerade in der Zeitung ein Bericht über ein Erdbeben/eine Überflutung/eine Seuche ist. Das ist natürlich ein Irrtum.&lt;br /&gt;Geld für Medikamente, Ärzte und Untersuchungsgeräte wird immer benötigt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Rote Kreuz jemals sagen würde "Behalten Sie ruhig ihr Geld, wir haben gerade alles was wir brauchen". Wenn ihr vorhabt zu spenden und es euch leisten könnt, richtet einen Dauerauftrag bei eurer Bank ein. Überlegt euch, was ihr monatlich erübrigen könnt und wollt. Sucht euch eine große Hilfsorganisation mit vielen Projekten und sendet ihr jeden Monat einen kleinen Betrag. Und dem kleinen Juan helft ihr so noch am schnellsten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- edit 3.1. 13.10: Die Selbstbestätigung nimmt immer perversere Formen an. BILD-Kolumnist Franz-Josef Wagner benutzt den Tsunami als Anlass, die "Grünen und Ökos" zu kritisieren. Mit welcher Begründung? Ja, das frage ich mich auch. Versucht es mal selbst rauszufinden: &lt;a href="http://www.bild.t-online.de/BTO/news/2005/01/03/wagner/wagner.html"&gt;http://www.bild.t-online.de/BTO/news/2005/01/03/wagner/wagner.html&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;(Dank an dieser Stelle an die Jungs und Mädels vom Bildblog für die beständige Information über BILD)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;edit 4.1. 15:30: Nicht nur Bush wird dafür kritisiert, im Urlaub geblieben zu sein. SPIEGEL Online berichtet darüber, dass unter anderem der nierderländische Innenminister dafür kritisiert wird, nicht "aktiv einzugreifen", was immer das bedeuten mag...&lt;br /&gt;Er ist der INNENminister. Was genau soll er machen, außer repräsentativ in eine Kamera zu schauen und sein Mitgefühl auszudrücken?&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,335434,00.html"&gt;http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,335434,00.html&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9884640-110472593946473293?l=bleimensch.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://bleimensch.blogspot.com/feeds/110472593946473293/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=9884640&amp;postID=110472593946473293' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9884640/posts/default/110472593946473293'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9884640/posts/default/110472593946473293'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://bleimensch.blogspot.com/2005/01/fazit-einer-katastrophe.html' title='Fazit einer Katastrophe'/><author><name>Max</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01879351480085568306</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='30' src='http://www.directupload.net/images/050101/KpWuvbiF.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9884640.post-110459678923444787</id><published>2005-01-01T16:40:00.000+01:00</published><updated>2005-01-01T17:26:29.233+01:00</updated><title type='text'>Ein neuer Blog</title><content type='html'>Ich möchte den Blog beginnen mit der Antwort auf die Frage: Warum ist dieser Blog notwendig?&lt;br /&gt;Nachdem ich von allen verfügbaren Medien mit Jahresrückblicken bombardiert wurde, habe ich doch festgestellt, dass ich einige Ereignisse des Jahres (und die Darstellung der Ereignisse in den Medien) kommentarwürdig fand. Um nur die Wichtigsten zu nennen:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- Der Präsident der USA wird gewählt und alle wollen mitwählen&lt;br /&gt;- Der Prozess um Wolfgang Daschner findet statt und alle schimpfen auf einmal auf den unmoralischen Rechtsstaat, der einen Mörder auf der Anklagebank sitzen lässt&lt;br /&gt;- Die islamkritische Bewegung erhält mit Theo van Gogh einen neuen Märtyrer&lt;br /&gt;- Der "Kannibale von Rothenburg" wird zu 8 Jahren Haft verurteilt, die Bevölkerung streitet über das Strafmaß&lt;br /&gt;- Mal wieder erhält eine Naturkatastrophe den schönen Beinamen "biblisch", Reparaturen werden zuerst an der Tourismusbranche vorgenommen&lt;br /&gt;- Gefolterte Gefangene in Abu Ghureib und gefolterte Gefreite in deutschen Kasernen gelangen an das Auge der Öffentlichkeit, das Auge der Öffentlichkeit ist empört.&lt;br /&gt;- Massive Wahlmanipulationen in der Ukraine rufen öffentliche Proteste hervor, sowohl in der Ukraine als auch in den Industrienationen.&lt;br /&gt;- Tschetschenische Kämpfer nehmen Schüler als Geiseln und liefern Putin hervorragendes Material zu weiteren Angriffen auf tschetschenischem Gebiet&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zu all diesen Ereignissen hätte ich gerne spontan etwas veröffentlicht (Zum Seebeben folgt vielleicht noch etwas in den nächsten Tagen) aber ich kann mir sicher sein, dass das nächste Jahr genug bereithält. Möge ich in interessanten Zeiten leben.&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9884640-110459678923444787?l=bleimensch.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://bleimensch.blogspot.com/feeds/110459678923444787/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=9884640&amp;postID=110459678923444787' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9884640/posts/default/110459678923444787'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9884640/posts/default/110459678923444787'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://bleimensch.blogspot.com/2005/01/ein-neuer-blog.html' title='Ein neuer Blog'/><author><name>Max</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01879351480085568306</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='30' src='http://www.directupload.net/images/050101/KpWuvbiF.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry></feed>
